8.-14. Mai

Generationen begegnen sich

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Intergenerationelle Bildung

Definition

Intergenerationelles Lernen ist eine generationenübergreifende Didaktik, bei der jüngere und ältere Lernende je nach Lernsetting voneinander, miteinander und/oder übereinander lernen. Als pädagogischer Ansatz gewinnt intergenerationelles Lernen unter dem Eindruck des demographischen Wandels zunehmend an Bedeutung. Derzeit gibt es unterschiedliche Entwicklungslinien im Kontext von schulischer Bildung und Erwachsenenbildung, nicht selten auch im Zusammenhang von sozialem und ehrenamtlichem Engagement.(1)

Spannungsfeld: Demographischer Wandel und Miteinander der Generationen Früher gab es klare Funktionszuweisungen: Die Elterngeneration überliefert der Kindergeneration, was man zum Leben wissen und können muss. Später wurde Wissenstradierung durch institutionalisierte Schulen und Ausbildungsgänge geregelt. Heute gibt es die Freiheit kulturelles Wissen und berufliche Kompetenz unabhängig zu erwerben.
Wir sind auf dem Weg zu einer Multi-Generationengesellschaft. Zwischen und innerhalb von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sind sehr unterschiedliche Lebensstile und –ziele festzustellen.(2) 
Kompetenzen, Wissen, Erfahrungen und Einstellungen sind zwischen den Generationen unterschiedlich verteilt. Ältere verfügen eher über Erfahrungswissen und Souveränität bei der Problemlösung - Jünger über Spontaneität, Kreativität und frisches Technikwissen. Führt man die unterschiedlichen Kompetenzen zusammen, ergeben sich reizvolle und lohnenswerte Neuerungen mit hohem wechselseitigem Nutzen.(3)
Ebenso werden durch intergenerationelle Begegnungen Gemeinschaft stiftenden Werte, Respekt und Gemeinsinn gefördert.

 

Zusammenhang intergenerationelles Lernen und Generationensolidarität

Die Beschleunigung der Wissenszyklen zwingt den Menschen ein Leben lang zu lernen. Dabei ist lebenslanges und intergenerationelles Lernen nicht auf schulische und andere organisierte Formen begrenzt. Dies findet oft im informellen Bereich – im Alltag, in der Auseinandersetzung mit der Umwelt und den Mitmenschen statt.

Im gemeinsamen Tun entwickelt sich gegenseitiger Respekt vor dem Wissen und dem Anderssein der Anderen, Anerkennung und Verständnis füreinander wachsen.(2)

Dies hilft den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken, Ausgrenzung zu vermeiden und trägt zur Generationensolidarität bei.
Für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist es wichtig, dass jede Generation Verständnis für die Belange, Wünsche und Probleme der anderen hat. Für die Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft ist es wichtig, dass Kompetenzen und Potenziale aller Generationen genutzt werden.

Generationenübergreifende Projekte außerhalb von Familien und Institutionen unterstützen beide Ziele – Zusammenalt und Leistungsfähigkeit. Hier kommen Menschen aus verschiedenen Generationen zusammen, lernen voneinander, bewältigen Schwieriges und teilen Freude – neues Miteinander und hilft die Herausforderungen des demographischen Wandels zu meistern.

 

Voraussetzungen für das Gelingen intergenerationellen Lernens2

  • Lebensweltbezug
  • Aktivierung
  • offene Lerngelegenheiten und Selbststeuerung
  • Methodenvielfalt
  • Enthierarchisierung und soziale Verantwortung
  • Flexibilität und Offenheit aller Teilnehmenden

Ein Erfolgsfaktor für generationenübergreifende Aktivitäten ist eine gemeinsame Motivation und Freiwilligkeit.(4)

In der Projektwoche wollen wir dazu anregen, intergenerationelle Aktionen durchzuführen und ggf. Projekte zu starten. Einige Beispiele zur Orientierung beschreiben wir im Folgenden:

 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Intergenerationelles_Lernen, 14.01.2015

2:  Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (2009): Leben. Miteinander Lernen. Grundlagen zur Intergenerationellen Bildung und Generationensolidarität

3 Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen
(2007) Generationenübergreifende Projekte – Beispiele aus der Praxis für die Praxis.
www.mgffi.nrw.de

4:  Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen